Barockmusik aus Frankreich und Deutschland
Blockflöte Arnold Riesthuis (Utrecht/ NL)
Cembalo Reinard Glende (Berlin)
Barockmusik aus Frankreich und Deutschland bringen der niederländische Blockflötist Arnold Riesthuis und der Berliner Cembalist Reinard Glende zu Gehör. Es erklingen Sonaten für Blockflöte und Basso continuo oder obligates Cembalo von Philibert De Lavigne, Joseph Bodin De Boismortier, Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann. Cembalo-Solo-Werke erklingen von Françouis Couperin, Georg Böhm und Johann Sebastian Bach.
Luthers Choral - Musik von der Reformation bis zur Moderne
Helmut Hauskeller (Panflöte)
Stanislav Šurin (Orgel)
Das Programm “Luthers Choral” ist nach der gleichnamigen Choralsuite aus dem Jahr 2016 von Vera Stanislav benannt. Die Choralsuite basiert auf dem Lied “Verleih uns Frieden gnädiglich”, das Martin Luther aus einer lateinischen Antiphon aus dem 9. Jhd. formte. Vera Stanislav schrieb „Luthers Choral“ für den Berliner Panflötenvirtuosen Helmut Hauskeller und den slowakischen Konzertorganisten Stanislav Šurin. In ihrem Programm werden die Musiker weitere Lutherlieder interpretieren. Außerdem erklingt Musik von Simon Hauskeller “Cellaruis” – Pastor in Zwickau an St. Marien, Zeitgenossen Luthers und Vorfahr von Helmut Hauskeller.

DUO FIDELICI: Judith Oppel - Violine; Matthias Bönner - Orgel
Heitere Melancholie - ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch in sich. Gerade die Heiterkeit in Moll und das beseelte und besinnliche Dur machen Musik zu einem komplexen und besonderen Hörerlebnis. In dieser facettenreichen Tonart möchten Judith Oppel (Violine) und Matthias Bönner (Orgel) musizieren und das grundsätzlich positive Wirken von von geistlicher Tonkunst auf uns Menschen vermitteln. Dem wohl bekanntesten Kirchenmusiker Johann Sebastian Bach nach solle Musik “nur zu Gottes Ehre und Recreation des Gemüths seyn. Wo dieses nicht in Acht genommen wird, da ist‘s keine eigentliche Musik” Demzufolge ist das duo fidelici stets darum bemüht, originale Kompositionen für Violine und Orgel sowie auch eigene Bearbeitungen so zu finden, einzurichten und zusammenzustellen, dass die Zuhörer aus dem Wechselbad in “beschwingter Besinnlichkeit” gut erholt und fröhlich gestärkt wieder heraussteigen - von der Tiefe inneren Klangs und Harmonie zu neuer Kraft und ausgelassener Heiterkeit. Das Streichinstrument Violine (als Nachfolger der Fidel) mit ihrer emotionalen Virtuosität ergänzt sich dabei auf ideale Weise mit dem bläserisch-orchestralen Stimmenreichtum, den nur eine Kirchenorgel aufzubieten hat.
So hören sie Musik, die von diesen Gegensätzen geprägt ist, denn diese positive Melancholie findet sich sowohl in einer barocken Sonate Corellis, sondern auch in romantisch-lautmalerischer Musik von Otto Olsson. Die Tonart “dorisch”, die nicht nur Bac!s Toccata prägt, ist in der Hinsicht eine Schlüsseltonart, vermischt sie doch d-Moll und G-Dur sogar miteinander. So findet sich diese Klangbesonderheit ebenso in jüdischer Musik wie auch im südamerikanischen Tango und vermischen weinende Klage mit temperamentvoller Freude. Alles endet jedoch in der Wohligkeit eines positiven Schlussakkordes, straht Geborgenheit und positive Ruhe aus - “und macht uns fröhlich”…
Mitten im Leben 1517
Calmus Ensemble & lautten compagney BERLIN
Wie klingt das Leben 1517 in Liedern?
500 Jahre Reformation – ein denkwürdiges Jubiläum! Doch wie begeht man ein Ereignis, dass so fern und abstrakt erscheint? Indem man den Alltag der Menschen von damals genauer unter die Lupe nimmt. Martin Luthers Lobgesang „Mitten wir im Leben sind“ weist uns den Weg auf unserer Zeitreise ins 16. Jahrhundert, auf der wir lustvoller Freude und ausgelassener Fröhlichkeit genauso begegnen wie unendlicher Not und schmerzvollem Elend. Die augenscheinlichen Parallelen zur heutigen Zeit in den Liedern von damals – man denke nur an den verbotenen Seitensprung oder die durch Reichtum gesteigerte Anziehungskraft der Männer – lassen uns dabei schmunzeln, während uns Aussagen zu Themen wie Natur und Heimat, zu denen wir in unserer modernen mobilen Gesellschaft ein anderes Verhältnis haben, nachdenklich stimmen. Die besungenen universalen Empfindungen wie Heimweh, Abschiedstrauer, Sehnsucht und natürlich die Liebe lassen uns die große Zeitspanne vergessen und führen uns mitten hinein ins Leben, und zwar in das von 1517 genauso wie in unser eigenes. Das Programm bezieht seinen Reiz aus dem Kontrast von Originalkompositionen und modernen Arrangements, die das 16. Jahrhundert zum ‚Swingen‘ bringen.
Nach ihrem erfolgreichen Programm ‚Bacharkaden‘ werden sich die beiden Spitzenensembles Calmus Ensemble Leipzig und die Lautten Compagney, erneut zusammensetzen, um mit viel Musizierfreude und sprühender Kreativität ein lebendiges Gemälde der Reformationszeit zu schaffen.
Calmus Ensemble
Sopran - Isabel Jantschek
Countertenor - Sebastian Krause
Tenor - Tobias Pöche
Bariton - Ludwig Böhme
Bass - Manuel Helmeke
lautten compagney BERLIN auf historischen Instrumenten der Renaissance
Blockflöte – Martin Ripper
Zink – Friederike Otto
Violine – Andreas Pfaff/ Anne von Hoff
Viola da Gamba – Ulrike Becker/ Annette Rheinfurth
Posaune – Alexander Brungert
Renaissancelaute / Renaissancegitarre / Colascione – Hans-Werner Apel
Renaissancelaute – Wolfgang Katschner/ Andreas Nachtsheim
Musikdramaturgie: Ludwig Böhme und Wolfgang Katschner
“Dieses Konzert wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.”
Das Collegium vocale St. Petri wurde 2001 von langjährig erfahrenen Sängerinnen und Sängern des Hamburger Bachchores St. Petri gegründet, die nach dem Ausscheiden aus Altersgründen weiterhin anspruchsvolle Chormusik singen wollten. Inzwischen sind aber auch viele Sängerinnen und Sänger aus anderen Chören hinzugekommen.
Ziel der Chorarbeit ist die Pflege der Chormusik auf hohem Niveau, wobei ein besonderes Augenmerk auf die zeitgenössische Musik gelegt wird. Sie findet im gottesdienstlichen Singen, in Konzerten und auf Chorreisen (Rom, Baltikum, Polen, Armenien u.a.) ihren Ausdruck.
Prof. Cornelius Trantow leitete 15 Jahre das Collegium vocale. Seit Beginn des Jahres 2016 hat Lukas Henke die Leitung des Chores übernommen. Er führt die intensive und nuancenreiche Stimmbildungsarbeit und das sensibilisierende Intonations- und Hörtraining fort, wodurch der Chor seinen charakteristischen Chorklang entwickelt.
Der Chor finanziert sich selbst, ist aber weiterhin in der Hauptkirche St. Petri beheimatet.
Eintritt frei
Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes
-Schauspiel von Hugo von Hoffmannsthal-
Gott beauftragt den Tod, Jedermann sein Sterben anzukündigen. Jedermann führt ein Leben in Reichtum,
aber ohne Gottesfurcht. Er möchte ein Grundstück kaufen, um dort für seine Geliebte einen Lustgarten
anzulegen. Aber seinem armen Nachbarn verweigert er eine mildtätige Gabe und den Schuldknecht lässt er
in den Schuldturm werfen. Auch seine alte Mutter, die ihn anfleht, gottesfürchtiger zu leben, beachtet er nicht.
Bei einem großen Tischgelage taucht der Tod auf und kündigt Jedermann sein Sterben an.
Jedermann bittet sich eine Stunde Zeit aus, um jemand zu finden, der ihm auf dem Weg zum Schöpfer beisteht -
doch niemand möchte ihn begleiten… Besonders zeitlos ist die poetische Verssprache des zeitlosen Werkes,
die auf dem alpenländischen Bauerndeutsch beruht.
Eintrittskarten bei der Tourist-Information Waren (Neuer Markt 21, Tel. 03991-747790) sowie unter www.theater-und-orchester.de
und an der Abendkasse

Vortrag mit dem Musikwissenschaftler Dr. Michael Märker, Leipzig
„Ich gebe nach der Theologia der Musica die höchste Ehre“ meinte der Musikkenner Martin Luther und bezog die Musik konsequent in sein reformatorisches Wirken ein. Davon zeugen insbesondere viele Lieder, die uns aus seiner Feder überliefert und überwiegend noch heute lebendig sind. Wie kein anderer Reformator seiner Zeit sah Luther im Singen einen unverzichtbaren Ausdruck des Glaubens. Zugleich schuf er die Grundlage für die Entwicklung der protestantischen Kirchenmusik, die Jahrhunderte später mit Schütz, Bach oder Mendelssohn ihre Höhepunkte fand und zu einer der bedeutendsten Kulturtraditionen Deutschlands wurde.
Der Leipziger Musikwissenschaftler Michael Märker – ein Nachkomme Luthers in der 13. Generation und Autor einer neuen Bildbiografie über Luther – hält am 6. Oktober um 19.30 Uhr im Haus des Gastes in Waren (Müritz) einen Vortrag über „Martin Luther und die Musik“ und wird dabei auch die Widerstände beleuchten, die Luther mit seinen neuen Liedern zu überwinden hatte. Interessenten sind herzlich eingeladen. (Eintritt frei)


